Offizielle Übergabe des neuen provisorischen Sitzes des Landesgerichts

01.10.2026, 17:01

Mit der Übergabe des vorübergehenden Sitzes nehmen die Ämter des Landesgerichts ihren Betrieb wieder vollständig auf - Erste Verhandlungen wurden bereits gemacht - Fünf Gerichtssäle stehen bereit

Von links nach rechts: der Kommandant der Bozner Carabinieri Alessandro d'Errico, der Bozner Quästor Giuseppe Ferrari, die Bozner Regierungskommissärin Maddalena Travaglini, Landesrat Christian Bianchi, die Präsidentin des Landesgerichts Francesca Bortolotti, Landeshauptmann Arno Kompatscher und Oberstleutnant Manuel Artuso (Finanzpolizei). (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)
Von links nach rechts: der Kommandant der Bozner Carabinieri Alessandro d'Errico, der Bozner Quästor Giuseppe Ferrari, die Bozner Regierungskommissärin Maddalena Travaglini, Landesrat Christian Bianchi, die Präsidentin des Landesgerichts Francesca Bortolotti, Landeshauptmann Arno Kompatscher und Oberstleutnant Manuel Artuso (Finanzpolizei). (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)

BOZEN (LPA). 77 Tage nach dem teilweisen Einsturz des Bozner Gerichtsgebäudes wurde am Donnerstag, 1. Oktober, der neue provisorische Sitz des Landesgerichts Bozen in der Südtiroler Straße 50 offiziell übergeben. Dies markiert die vollständige Wiederaufnahme der Tätigkeit der Gerichtsämter. Bereits am Vormittag gab es die ersten Verhandlungen.

Am provisorischen Standort wurden auf 4.400 Quadratmetern die fünf Gerichtssäle des Landesgerichts eingerichtet. Die Eröffnung erfolgte planmäßig. Der Präsident der Region Trentino-Südtirol und Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher, Hochbau- und Vermögenslandesrat Christian Bianchi sowie die Präsidentin des Landesgerichts Bozen Francesca Bortolotti haben die Räume den Nutzern übergeben. Vor Ort waren auch Quästor Giuseppe Ferrari, Regierungskommissärin Maddalena Travaglini, der Generalsekretär des Landes Eros Magnago sowie Ressortdirektor Daniel Bedin.

"Ich danke allen, die in den vergangenen Monaten mit vollem Einsatz daran gearbeitet haben, konkrete Lösungen zu finden. Mein Dank gilt den Mitarbeitenden der Landesverwaltung, der Region sowie des Landesgerichts unter der Leitung von Präsidentin Bortolotti und ihrem gesamten Team. Durch die enge Zusammenarbeit und das Engagement aller ist es jetzt möglich, nach dieser schwierigen Zeit die Gerichtstätigkeit wieder aufzunehmen. Mittel- und langfristig werden wir zudem am Projekt für das Gerichtsgebäude weiterarbeiten", sagte Kompatscher.

"Diese Pressekonferenz habe ich einberufen, um allen Menschen zu danken, die dazu beigetragen haben, dieses kleine Wunder zu ermöglichen: Innerhalb von zweieinhalb Monaten konnte das Gericht nach dem Teileinsturz vom 16. Juli wieder vollständig geöffnet werden", sagte Landesrat Bianchi. "Dieses Ergebnis war nur möglich, weil sich rund um die Institutionen sehr viele Menschen engagiert haben, darunter auch Fachleute und Vertreter der Wirtschaft. Sie haben dazu beigetragen, innerhalb kurzer Zeit geeignete Räumlichkeiten zu finden, diese einzurichten und die heute wieder aufgenommenen Gerichtsverfahren zu starten", betonte der Landesrat. Bianchi verwies darauf, dass in der vom Ministerium für die Aussetzung der Gerichtstätigkeit knapp bemessenen Zeit von nur 30 Tagen, das Ziel der Wiederaufnahme der Tätigkeiten erreicht werden konnte. "Nur das perfekte Zusammenspiel und die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten haben es ermöglicht, dieses Ergebnis zu erzielen", unterstrich Bianchi.

"In all diesem Unglück war es ein großes Glück, so viel institutionelle Zusammenarbeit, gemeinsame Verantwortung von Seiten des Verwaltungspersonals und so viel Einsatz meiner Kolleginnen und Kollegen aus Anwaltschaft und Richterschaft erleben zu dürfen", sagte Gerichtspräsidentin Bortolotti. Sie dankte dem Verwaltungspersonal für seine Resilienz und den Einsatz in dieser Not- und Krisensituation. Dieses Engagement habe es ermöglicht, den Justizdienst auch während der vom Ministerium gewährten Unterbrechung aufrechtzuerhalten. "Als mich das Ministerium am 16. Juli fragte, bis wann die gerichtlichen Fristen ausgesetzt werden sollten, habe ich geantwortet: bis zum 30. September, weil ich überzeugt war, dass wir es gemeinsam schaffen würden, am 1. Oktober wieder zu starten", so die Präsidentin.

Gedankt wurde auch der Region, die den Umzug und die Einrichtungsbeschaffung koordiniert hat.

ee/tl/san

Dokumente zum Herunterladen