Außenministerin der tibetischen Exilregierung trifft Kompatscher
Das Land Südtirol wird weiter Projekte der tibetischen Exilregierung unterstützen: Dies sicherte Landeshauptmann Arno Kompatscher heute der Außenministerin Kalon Norzin Dolma bei einer Aussprache zu.
Drei Frauen, in Vertretung der tibetischen Gemeinschaft im Exil, haben Landeshauptmann Arno Kompatscher am heutigen Montag (3. Oktober) einen Besuch abgestattet. Außenministerin Kalon Norzin Dolma, Thinlay Chukki, die Vertreterin der Exiltibeter in Genf, und Tseten Longhini, Präsidentin der Vereinigung der Exiltibeter in Italien, haben sich mit Kompatscher ausgetauscht.
Viele Tibeterinnen und Tibeter haben ihre Heimat infolge chinesischer Unterdrückung verlassen und leben im Exil, die größte Gruppe im indischen Dharamsala. Dort hat auch die tibetische Exilregierung ihren Sitz. Etwa 25.000 Menschen aus dem Tibet leben auch in Europa, rund die Hälfte in der Schweiz und Frankreich, in Südtirol leben einige Familien. Auch wenn die Gruppe hierzulande klein ist, hat das politische Südtirol stets die Tibet-Frage im Auge behalten und die ranghöchsten Vertreter waren regelmäßig Gäste im Land. So stellte sich Arno Kompatscher sofort auf die Seite seiner Gäste, als Kalon Norzin Dolma berichtete, dass China im Zuge der Coronatests von etwa einer Million Tibeterinnen und Tibetern DNA-Daten erfasst habe. "Es ist noch nicht abzusehen, was mit den Daten passiert", sagt Kompatscher und verurteilt dieses Vorgehen Chinas. Ebenso nicht akzeptabel sei das Vorhaben Chinas, sich in die Wahl des nächsten religiösen Oberhaupts der Tibeter, des Dalai Lama, einmischen zu wollen.
Südtirol hat zwar keine außenpolitischen Zuständigkeiten, im Rahmen des Möglichen soll Tibet aber unterstützt werden. So wird das Land Projekte prüfen, die die Exiltibeter planen, um sie auch mit finanziellen Mitteln zu unterstützen. Konkret ins Auge gefasst wird ein Wohnprojekt in Dharamsala in Indien. Insgesamt sollen 1900 Familien eine Wohnung finden. Das Land Südtirol hat in Aussicht gestellt, nach Überprüfung der entsprechenden Unterlagen einen Beitrag dazu zu leisten. Ebenso sollen Tibetisch-Lehrende ausgebildet werden, um Sprache und Kultur auch in kleinen, verstreuten Gemeinschaften in der Welt zu erhalten. Zudem soll ein Projekt der Eurac weitergeführt werden: Verwalter der tibetischen Exilregierung werden in Bozen aus- und fortgebildet.
uli
Bildergalerie
Dokumente zum Herunterladen
- Thinlay Chukki, Kalon Norzin Dolma (v.l.) haben LH Kompatscher bei der Begrüßung den traditionellen Khata samt einem Buch des Dalai Lama überreicht. (LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 1 MB]
- Kalon Norzin Dolma und LH Kompatscher beim heutigen Treffen: Südtirol behält die Anliegen Tibets stets im Auge, regelmäßig gibt es einen Austausch zwischen Südtirol und Tibet. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 1 MB]
- Gespräch unter Gleichgesinnten: Arno Kompatscher, Kalon Norzin Dolma (r.) und Thinlay Chukki (l.). (Foto: LPA/Fabio Brucculeri). » [IMG 1 MB]
- Die Eurac, vertreten von Günther Cologna unterstützt das Land in Minderheitenfragen und hat das Ohr auch stets in Tibet. Im Bild Cologna (r.) beim Gespräch zwischen (v.l.) Thinlay Chukki, Kalon Norzin Dolma und Arno Kompatscher dabei. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri). » [IMG 2 MB]


